Lehrerinnen & Lehrer

Jede Lehrerin und jeder Lehrer trägt eine hohe Verantwortung, denn Bildung ist die wichtigste Zukunftsinvestition für unser Land. Nicht die Wirtschafts- und Finanzwelt, sondern die Schulen bringen die besten Zinsen.

 

Deshalb haben alle Schüler ein Recht auf gleiche Bildungschancen und intensive Förderung. Dazu stehen die 750.000 Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland, und dafür setzen sie sich täglich ein. Ihr Arbeitseinsatz liegt weit über dem Durchschnitt: 45 bis 55 Stunden in der Woche. Aber leider müssen sie oft in maroden Schulen mit veralteten Lehrplänen vor zu großen Klassen unterrichten. Denn ausgerechnet die Politik hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht: Sie investiert Milliarden in Banken und nicht in Bildung.

 

Beamtenstatus für Lehrkräfte

"Warum müssen Lehrer Beamte sein?" ist eine der häufigsten Fragen, wenn es in Diskussionen um das Berufsbeamtentum oder insbesondere um die Bildungsqualität in Deutschland geht. Zu einfach machen es sich jene, die mit der durchaus berechtigten Gegenfrage antworten: "Was ist denn eigentlich so schlimm daran, dass Lehrer Beamte sind?" Die Begründung für den Beamtenstatus von Lehrern ist komplex. Rein rechtlich gehört das Schulwesen nach Art. 7 GG unbestritten zu den - herausragenden - „öffentlichen Pflichtaufgaben". Das Beamtenverhältnis für Lehrer trägt der Tatsache Rechnung, dass in den Schulen in großem Umfang hoheitliche und für den späteren Lebensweg der Schüler prägende Entscheidungen getroffen werden. Hierzu gehören die Notengebung bis hin zu den Schulabschlüssen, Versetzungen, die Zulassungen zu weiterführenden Schulen oder Disziplinarmaßnahmen. Insofern ist der Beamtenstatus für Lehrer ausdrücklich von dem verfassungsrechtlichen Funktionsvorbehalt des Art. 33 Abs. 4 GG geboten.

 

Auch aus politischer und gesellschaftlicher Sicht ist der Beamtenstatus für Lehrer sinnvoll:

     

  • die persönlichen Bindungen des Beamtenrechts korrespondieren mit der Verantwortung aus dem öffentlichen Erziehungsauftrag;
  • das Schulangebot wird durch das Streikverbot gesichert;
  • als Gegenstück sichert der Beamtenstatus die persönliche Unabhängigkeit des Lehrers, die in Zeiten zunehmenden Drucks auf die Schulen für die Wahrnehmung der pädagogischen Freiheit an Bedeutung sicher nicht verloren hat.
  • Gleiches gilt aus wirtschaftlichen und finanzpolitischen Gesichtspunkten: Das Beamtenrecht beinhaltet deutlich mehr personalwirtschaftliche Spielräume für die einzelne Schule – etwa durch Versetzung, der Übertragung neuer Aufgabengebiete etc. als die ansonsten denkbaren Alternativen.
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Aus- und Fortbildung

Wissenschaftliche Lehrerbildung und Praxisnähe

Eine qualifizierte wissenschaftliche Ausbildung aller Lehrkräfte ist nach Auffassung des dbd notwendige Voraussetzung für die Qualität von Schule. Das setzt für alle Lehrämter ein wissenschaftliches Universitätsstudium und einen zweijährigen berufspraktischen Vorbereitungsdienst sowie schulpraktische Studien voraus.

 

Angesichts der Tatsache, dass Lehrkräfte es heute in den meisten Fällen nicht mehr mit einer homogenen Schülerschaft zu tun haben, erachtet es der dbb für notwendig, dass die Studierenden bereits während des Studiums auf die hieraus resultierenden Chancen, Möglichkeiten und Herausforderungen vorbereitet werden.

 

Dies schließt u. a. Qualifikationsmöglichkeiten in den Bereichen Diagnostik, Kooperation und differenzierende Fördermöglichkeiten, Kenntnisse einer Didaktik der Vielfalt, sonderpädagogische Grundlagen, die Vorbereitung auf ein ständiges Weiterlernen oder das Fach „Deutsch als Fremdsprache“, insbesondere in der Erstausbildung der Grundschullehrer mit ein.

 

Zudem müssen das Universitätsstudium, der Vorbereitungsdienst und die Phase der Fort- und Weiterbildung stärker miteinander verzahnt werden.

 

Praxisnahe Ausbildung

Auf Grund der wachsenden pädagogischen Aufgaben, vor denen Lehrkräfte heute stehen muss die Praxisphase innerhalb des Studiums gestärkt und frühzeitig in das Studium integriert werden. Praxisnähe sollte nicht nur durch das Studienseminar vermittelt werden, sondern auch an den Schulen. Dazu müssen die erforderlichen Ressourcen bereitgestellt werden. Eine Verkürzung des Vorbereitungsdienstes auf zwölf Monate, wie es teilweise bereits in Berlin erfolgt ist und auch in anderen Bundeländern (z.B. Sachsen und Sachsen-Anhalt) geplant ist, nimmt den angehenden Lehrkräften die Möglichkeit, sich auszuprobieren und ein „Rüstzeug“ für die Berufseinstiegsphase zuzulegen.

 

Angesichts des gesellschaftlichen Wandels und den Herausforderungen bei der Bildungs- und Erziehungsarbeit, denen sich die Lehrkräfte ständig stellen müssen, ist es zudem für unerlässlich, das künftig in die praktische Ausbildung auch vermehrt Methoden zum Konfliktmanagement integriert werden.

 

Lehrerfortbildung

Auch nach der Ausbildung müssen sich die Lehrenden durch regelmäßige Fort- und Weiterbildung auf die sich verändernden Aufgaben von Schule vorbereiten und können dazu befähigt werden, neue Entwicklungen der Fach-, der Unterrichts- und der Erziehungswissenschaften in die Schulen zu transportieren.

 

Die ständige Ausweitung des Wissensbestandes ist für eine erfolgreiche Lehrertätigkeit eine der entscheidenden Elemente. Gerade dort, wo das Lehren die Berufsaufgabe ist, wird das ständige Lernen der Lehrenden unerlässlich.

 

Lehrerfortbildung dient der Weiterentwicklung von Schulqualität. Dazu gehören Bestandteile wie fachwissenschaftliche Inhalte, Methodik, Didaktik, Diagnoseerstellung, Kooperation und Interaktivität.

 

Die Lehrerfortbildung als die dritte Phase der Lehrerausbildung dient zudem der Sicherung der beruflichen Qualität und ist daher eine Aufgabe des Dienstherrn, die er für alle Lehrkräfte ausgestalten muss. Das setzt voraus, dass die Angebote der Lehrerfortbildung auch den Interessen der Lehrerinnen und Lehrer und den Anforderungen an einen modernen Unterricht entsprechen. Alle Lehrkräfte müssen einen Anspruch auf Fortbildung haben.

 

Die Teilnahme an Fortbildungsprogrammen für Lehrerinnen und Lehrer ist entsprechend der beruflichen Relevanz als Gegenstand der Lehrtätigkeit anzusehen, damit die dritte Phase der Lehrerausbildung einen stärkeren Stellenwert erhält.

 

Als Kernelemente der Lehrerfortbildung müssen Fortbildungsprogramm in Methodenkompetenz, kollegialer Kooperation in der Schule und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen und Diensten entwickelt werden; zudem soll-ten im Zentrum die Förderung und Optimierung von Lernprozessen und die Steigerung der Analysefähigkeit der Lehrkräfte stehen.

 

Die meist gestellten Fragen zur Lehrerausbildung und zum Lehrerstatus

 

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Weitere Informationen auch bei den dbb Mitgliedsgewerkschaften:

Verband Bildung und Erziehung (VBE)

Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS)

Bundesverband der Lehrer an Wirtschaftsschulen (VLW)

Deutscher Philologenverband (DPhV)

Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)

Katholische Erziehergemeinschaft (KEG)

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