Weselsky als GDL-Chef bestätigt

Verkehr: Keine Privatisierung von Infrastruktur

„Eine Privatisierung von Verkehrsinfrastrukturen als den Lebensadern unseres Landes lehnen wir strikt ab“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt bei der Generalversammlung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am 10. Mai 2017.

Der Verkehr wachse exponentiell und entsprechend müssten auch neue Wege beim Betrieb und der Erhaltung von Infrastrukturen wie Autobahnen oder Schienennetzen gegangen werden. Dies dürfe jedoch nicht auf Kosten der Beschäftigten geschehen, machte Dauderstädt deutlich. Der dbb erkenne daher mit Respekt an, mit „welcher Konsequenz die GDL ihr Ziel verfolgt, Lohn- und Sozialdumping auf der Schiene zu unterbinden und neuen Arbeitgebern nach Ausschreibungen von Verkehrsleistungen keine Spielräume für willkürliche Arbeitsbedingungen zu erlauben.“

 

Damit dies auch zukünftig so bleibe, seien dbb und GDL gemeinsam gegen das Tarifeinheitsgesetz vorgegangen. Man klage dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht, weil „wir hier einen Trend zur Einheitsgewerkschaft wittern, wenn nur die Tarifverträge der mitgliederstärkeren Organisation noch angewandt werden dürfen“, so der dbb Chef. „Falls es den Gesetzgeber weiter gelüstet, nach mehr Tarifeinheit zu streben, soll er sich doch mal die Arbeitgeberseite vorknüpfen. Wenn beispielsweise die öffentlichen Arbeitgeber von Bund, Ländern und Gemeinden wieder gemeinsam verhandeln würden, dann wäre das ein Fortschritt.“

 

Die Generalversammlung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) findet in Ludwigshafen statt. Damit kehrt die GDL zu ihren Wurzeln zurück, denn dort wurde vor 150 Jahren der Verein Deutscher Lokomotivführer gegründet. Bei der Generalversammlung werden die Weichen für die gewerkschaftspolitische Arbeit der kommenden fünf Jahre gestellt. Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky, der auch stellvertretender dbb Bundesvorsitzender ist, wurde von den Delegierten mit 95 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt.

 

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