dbb magazin 5/2020

mitgliedsgewerkschaften << BvLB Lernfenster für berufliche Bildung garantieren Niemand könne mit Gewiss- heit sagen, wann die verordne- ten Schulschließungen infolge der Coronavirus-Krise aufgeho- ben werden. „Umso wichtiger ist es, dass die Betriebe den Auszubildenden die notwendi- gen Lernfenster zubilligen und die ausfallenden Unterrichtsta- ge nicht mit betrieblichen Auf- gaben füllen“, forderte Eugen Straubinger, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lehrkräf- te für Berufsbildung (BvLB) am 6. April 2020. JoachimMaiß, ebenfalls BvLB- Bundesvorsitzender, ergänzte: „Nur so können die Auszubil- denden das von den Berufs- bildnern per Mail, Postversand oder über die Digitalcloud zur Verfügung gestellte Lernange- bot nutzen und sich auf die be- vorstehenden Prüfungen vor- bereiten. Das gilt umso mehr für die Abschlussklassen, die ihre Kammerprüfungen noch absolvieren müssen – wann auch immer.“ Die BvLB-Vorsitzenden halten es für eher unwahrscheinlich, dass am 20. April, dem anvisier- ten Datum zumWiedereinstieg in den gewohnten Präsenzun- terricht, tatsächlich Normalität Einzug hält. „Planungssicher- heit ist wünschenswert, in der jetzigen Situation allerdings nicht realistisch. Dennoch braucht es eine Roadmap. Die Lehrkräfte der beruflichen Bildung leisten in der Krise Enormes, um Fernunterricht stattfinden zu lassen. Die Ver- säumnisse der Vergangenheit rund um die Digitalisierung be- inhalten auch mangelnde Fort- bildungsangebote für Lehrkräf- te“, kritisierte Straubinger. << GdS Schlüsselrolle für die Sozialversicherung Die Gewerkschaft der Sozial- versicherung (GdS) begrüßte am 30. März 2020 die Maßnah- men der Bundesregierung zur Bewältigung der Corona-Pan- demie. Angesichts der noch nicht absehbaren Herausforde- rungen durch die Krise komme der gesetzlichen Sozialversi- cherung eine Schlüsselrolle zu. Besonders gefordert seien nun die Träger der Arbeitslosenver- sicherung sowie der Grundsi- cherung für Arbeitsuchende. „Die Menschen in Deutschland können sich auf die Bundes- agentur für Arbeit und die Jobcenter verlassen. Weil dort engagierte Kolleginnen und Kollegen trotz knappen Perso- nals und unter aktuell widrigen Umständen ihren Dienst tun. Sie machen den Sozialstaat so erst handlungsfähig“, sagte der GdS-Bundesvorsitzende und dbb Vize Maik Wagner. „Ganz wichtig ist uns, dass auch die Arbeitszeiten und Interessen der Kolleginnen und Kollegen berücksichtigt werden, damit sie bestmöglich ihren wichti- gen Job ausüben können.“ Um zeitnah Leistungen wie Kurzarbeitergeld und Arbeits­ losengeld II auszuzahlen, müs- se ein noch stärkerer Fokus auf digitale Hilfsmittel gelegt werden. „Eine Vielzahl von An- trägen muss noch immer pos­ talisch gestellt und dann einge­ scannt werden. Das kostet Zeit und bindet Personal. Die Träger müssen schnellstmöglich die IT-Infrastruktur stabilisieren und dann ausbauen, um den Beschäftigten die Arbeit aus dem Homeoffice und den Kun- den digitale Behördengänge zu ermöglichen.“ << BDF Rudelbildung den Tieren überlassen Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) hat am 9. April 2020 dar- an erinnert, dass auch während der Corona-Krise für den Auf- enthalt imWald bestimmte Re- geln gelten. „Rudelbildung ist den Tieren vorbehalten. Men- schen müssen sich an den Si- cherheitsabstand von zwei Me- tern halten, dürfen maximal zu zweit oder in Familie unter- wegs sein“, so Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF. „Für uns Forstleute und die Waldbesitzenden ist der Wald auch Arbeitsplatz. Die Klima­ krise imWald lässt uns schon mehr als zwei Jahre kaum Atem schöpfen. Nun kommt Corona noch dazu. Wir freuen uns natürlich auf die Menschen imWald und dass er auch als Ruheoase und grüne Lunge wahrgenommen wird“, erläu- terte Dohle. BeimWaldspazier- gang müssten jedoch ein paar Regeln beachtet werden: Dar- unter unbedingt das Verbot von Rauchen und offenem Feu- er imWald. Auch sollte man den eigenen Abfall nicht lie- genlassen, die Waldeingänge nicht zuparken und die Tier- und Pflanzenwelt achten. > Maik Wagner, Bundesvorsitzender der GdS > Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF < dbb Landesbünde und Mitgliedsgewerkschaften: Informationen zur Coronavirus-Pandemie Informationen und politische Forderungen Die Coronavirus-Pandemie hat Auswirkungen auf nahezu alle Be- reiche des öffentlichen Lebens – und damit natürlich auch auf den gesamten öffentlichen Dienst. Die dbb Landesbünde und Fachge- werkschaften bieten in dieser Lage wichtige regional- und berufs- spezifische Informationsangebote. Weil sich die Nachrichtenlage täglich ändert, empfiehlt der dbb, sich insbesondere zu den län- derspezifischen beziehungsweise regionalen Regelungen, regel- mäßig bei den dbb Landesbünden zu informieren. Eine Übersicht der Landesbünde finden Sie auf dbb.de . Hinsichtlich der berufs­ spezifischen Informationen gilt dies auch für die dbb Mitglieds­ gewerkschaften. Eine Liste aller im dbb organisierten Gewerk- schaften finden Sie ebenfalls auf dbb.de . > JoachimMaiß und Eugen Straubinger, Bundesvorsitzende des BvLB © Marco Urban 46 dbb > dbb magazin | Mai 2020

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