Siglinde Hasse: Mehr Mut für soziale Ziele in Europa

Siglinde Hasse

„Die soziale Frage entscheidet Europas Zukunft“, sagte Siglinde Hasse, die Vizepräsidentin der CESI-Kommission für Beschäftigung und Soziale Angelegenheiten (SOC), am 9. Mai 2017. Gerade die Präsidentschaftswahl in Frankreich habe gezeigt, dass „der tiefe Riss, der durch die Gesellschaft Frankreichs, aber auch die vieler anderer EU-Staaten geht, im Wesentlichen zwischen Arm und Reich, zwischen Teilhabenden und Ausgeschlossenen verläuft“. Hasse unterstützt deshalb die europäische Säule sozialer Rechte, mit der die Europäische Kommission die soziale Dimension Europas stärken will. Das Reflexionspapier der Kommission zur sozialen Dimension Europas greife allerdings zu kurz.

Für nachhaltigkeitsorientierte Berufsbildung in Europa

Stefan Nowatschin mit Tibor Navracsics

Erfolg oder Misserfolg in der Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit, die nach wie vor in vielen EU-Staaten herrscht, werde entscheidend sein für Europas Zukunft, sagt Stefan Nowatschin. Der stellvertretende Bundesvorsitzende des Berufsschullehrerverbandes BLBS fordert deshalb mehr Augenmerk für die berufliche Bildung in Europa und eine gemeinsame Nachhaltigkeitsstrategie. „Berufliche Bildung muss nachhaltigkeitsorientiert sein, und sie muss mit einer gemeinsamen europäischen Strategie unterlegt werden“, so Nowatschin. Gelinge dies, habe das soziale Europa eine Chance, ohne das die EU insgesamt nicht wieder zu neuer Stabilität finden werde. Die Berufsbildung selbst müsse sich ihrerseits dem Thema der Nachhaltigkeit stellen. Hierzu mahnt Nowatschin die Erstellung eines europäischen Referenz-Rahmens Berufliche Bildung nachhaltiger Entwicklung (BBnE) für die Lehrpläne an.

Buchvorstellung mit Andre Wilkens

„Der diskrete Charme der Bürokratie“

Buchvorstellung mit Andre Wilkens

„Ich habe mir vorgestellt, wie Europa da so liegt, auf der Couch von Sigmund Freud und von ihren Problemen erzählt. Was würde Freud ihr antworten?“, fragt sich der Autor Andre Wilkens in seinem neuen Buch „Der diskrete Charme der Bürokratie – Gute Nachrichten aus Europa“, das er am 5. April 2017 in Kooperation mit dem dbb beamtenbund und tarifunion und der Europa-Union Deutschland im dbb forum berlin vorstellte. Er war beim dbb damit an der richtigen Adresse, denn der Titel lässt ein Lob auf die Bürokratie vermuten.

Konferenz der europäischen Sozialpartner

„Öffentliche Dienste krank gespart“

Siglinde Hasse

Am 14. und 15. März fand in Berlin die Abschlusskonferenz einer Reihe von Tagungen der europäischen Sozialpartner für die zentralen Verwaltungsbehörden zum Thema psychosoziale Risiken statt. Für den dbb nahm die Bundesgeschäftsführerin der Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS), Siglinde Hasse, teil. „Wir haben eine ganze Reihe bekannter wie auch neuer Stressfaktoren identifiziert, die Gesundheitsrisiken für unsere Kolleginnen und Kollegen darstellen“, sagte Hasse, die auch Vizepräsidentin der Kommission für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften (CESI) ist. „Wir sollten es nicht bei dieser erfolgreichen Konferenzreihe belassen, müssen jetzt mit den Ergebnissen arbeiten“, fordert Hasse. Die wichtigste Ursache für eine europaweit festzustellende Zunahme berufsbedingter seelischer Erkrankungen liege aber nicht in der Digitalisierung oder in der Organisation der Verwaltung. „Die öffentlichen Dienste sind in vielen EU-Staaten...

Konferenz über psychosoziale Risiken

Benra: "Zu wenig Personal bedeutet Stress"

Hans-Ulrich Benra

Hohe Aufgabendichte, ständige Erreichbarkeit, mangelhafte Organisationsstrukturen und Übergriffe von Kollegen, Vorgesetzten oder Bürgern – Arbeit kann krank machen, auch die Arbeit für den Staat. Im öffentlichen Dienst sind laut internationalen Studien Zeitdruck und die Angst vor Angriffen durch Dritte die größten Stressfaktoren. Der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende und Fachvorstand Beamtenpolitik, Hans-Ulrich Benra, eröffnete am 14. März 2017 gemeinsam mit Hans-Georg Engelke, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, eine Konferenz der europäischen Sozialpartner der zentralen Staatsverwaltung. Benra sprach sich für Verhandlungen über eine Vereinbarung der europäischen Sozialpartner aus, wie psychosoziale Risiken reduziert werden können.

Internationaler Frauentag

Lühmann fordert ein Europa der Chancengleichheit und der Gleichstellung der Geschlechter

Kirsten Lühmann

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März forderte die stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende und Präsidentin der CESI-Kommission für Frauenrechte und Gleichberechtigung (FEMM) Kirsten Lühmann mehr Einsatz der europäischen Führungskräfte für ein Europa der Chancengleichheit und der Gleichstellung der Geschlechter. „Frauen haben es in unserer Gesellschaft immer noch schwerer als Männer. Die strukturellen Ursachen dafür müssen endlich von der Politik behoben werden“, betonte Lühmann.