Konferenz der europäischen Sozialpartner

„Öffentliche Dienste krank gespart“

Siglinde Hasse

Am 14. und 15. März fand in Berlin die Abschlusskonferenz einer Reihe von Tagungen der europäischen Sozialpartner für die zentralen Verwaltungsbehörden zum Thema psychosoziale Risiken statt. Für den dbb nahm die Bundesgeschäftsführerin der Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS), Siglinde Hasse, teil. „Wir haben eine ganze Reihe bekannter wie auch neuer Stressfaktoren identifiziert, die Gesundheitsrisiken für unsere Kolleginnen und Kollegen darstellen“, sagte Hasse, die auch Vizepräsidentin der Kommission für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften (CESI) ist. „Wir sollten es nicht bei dieser erfolgreichen Konferenzreihe belassen, müssen jetzt mit den Ergebnissen arbeiten“, fordert Hasse. Die wichtigste Ursache für eine europaweit festzustellende Zunahme berufsbedingter seelischer Erkrankungen liege aber nicht in der Digitalisierung oder in der Organisation der Verwaltung. „Die öffentlichen Dienste sind in vielen EU-Staaten...

Konferenz über psychosoziale Risiken

Benra: "Zu wenig Personal bedeutet Stress"

Hans-Ulrich Benra

Hohe Aufgabendichte, ständige Erreichbarkeit, mangelhafte Organisationsstrukturen und Übergriffe von Kollegen, Vorgesetzten oder Bürgern – Arbeit kann krank machen, auch die Arbeit für den Staat. Im öffentlichen Dienst sind laut internationalen Studien Zeitdruck und die Angst vor Angriffen durch Dritte die größten Stressfaktoren. Der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende und Fachvorstand Beamtenpolitik, Hans-Ulrich Benra, eröffnete am 14. März 2017 gemeinsam mit Hans-Georg Engelke, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, eine Konferenz der europäischen Sozialpartner der zentralen Staatsverwaltung. Benra sprach sich für Verhandlungen über eine Vereinbarung der europäischen Sozialpartner aus, wie psychosoziale Risiken reduziert werden können.

Internationaler Frauentag

Lühmann fordert ein Europa der Chancengleichheit und der Gleichstellung der Geschlechter

Kirsten Lühmann

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März forderte die stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende und Präsidentin der CESI-Kommission für Frauenrechte und Gleichberechtigung (FEMM) Kirsten Lühmann mehr Einsatz der europäischen Führungskräfte für ein Europa der Chancengleichheit und der Gleichstellung der Geschlechter. „Frauen haben es in unserer Gesellschaft immer noch schwerer als Männer. Die strukturellen Ursachen dafür müssen endlich von der Politik behoben werden“, betonte Lühmann.

EU-Reform: Ohne starke Institutionen geht es nicht

Klaus Dauderstädt

Der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt hat sich am 6. März 2017 in einer ersten Reaktion enttäuscht über das Weißbuch der Europäischen Kommission über die Zukunft der Europäischen Union (EU) gezeigt. „Die Kommission dokumentiert mit diesem Papier zu wenig Gestaltungswillen. Sie muss aber mehr sein als eine Agentur der Regierungen, wenn die EU eine gute Zukunft haben soll.“ Dauderstädt sieht auf europäischer Ebene vor allem bei der institutionellen Architektur und den politischen Verfahren Handlungsbedarf. Der dbb werde diese Punkte als Sozialpartner in den Konsultationsprozess zum Weißbuch einbringen.

Dienstleistungsfreiheit: dbb unterstützt Subsidiaritätsrügen

Bundestag und Bundesrat bereiten für ihre Plenarsitzungen am 9. und 10. März 2017 Subsidiaritätsrügen gegen eine aktuelle europäische Rechtsetzungsinitiative vor. Der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt befürwortet diesen Schritt im Vorfeld: „Dass wir den europäischen Binnenmarkt weiterentwickeln wollen, ist richtig. Mit ihrem Richtlinienvorschlag zur Verhältnismäßigkeit von Berufsreglementierungen schüttet die Kommission aber das Kind mit dem Bade aus.“ Die europäischen Bestimmungen zur Anerkennung von Berufsqualifikationen stellten den Zugang zu diesen Berufen für alle EU-Bürger hinreichend sicher.

Kommunale Selbstverwaltung in Europa:

Kommunen sind essentiell für Teilhabe und Demokratie

Ulrich Silberbach

„Die Kommunen sind die eigentlichen Träger der europäischen Idee“, sagt der Bundesvorsitzende der komba gewerkschaft und stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach. Es sei zu viel nur von der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten die Rede. „Europa wird aber nicht abstrakt erlebt, sondern ganz konkret. Es begegnet den Menschen vor Ort, in den Städten und Gemeinden. Dort werden von Beginn an die Grundlagen für die europäische Integration gelegt.“ Leider würden seit vielen Jahren auf allen Seiten Fehler gemacht. „Die EU, Bund und Länder, aber auch die die Gemeinden selbst, können manches besser machen, um die europäische Idee in den Kommunen und die Kommunen in Europa zu stärken.“